Anthem muss ein Hit werden. Das hat Electronic Arts mit dem gesetzten Verkaufsziel klar zu verstehen gegeben: Der Publisher erwartet zwischen fünf und sechs Millionen Verkäufen – in den ersten sechs Wochen nach der Veröffentlichung. Muss Bioware mit Konsequenzen rechnen, wenn das Ziel nicht erreicht wird?

EA gibt sich im Geschäftsbericht zum abgelaufenen Quartal zuversichtlich. So rechnet CEO Andrew Wilson auch nach dem Launch mit kontinuierlich gutem Absatz, während Bioware die Welt von Anthem über den Live-Service ausbaut. Wilson geht außerdem nicht davon aus, dass die durchwachsene VIP- und Open-Demo dem Verkaufsziel geschadet hat:

"Die Spieler haben erkannt, dass [Anthem] anders als jedes Spiel ist, das sie je gespielt haben."

Technische Probleme während der VIP- und Open-Demo

Ende Januar veranstaltete Bioware die VIP-Demo für Vorbesteller und die Glücklichen, die einen Zugangscode über Social Media ergattert haben. Der erste öffentliche Testlauf – der keine Beta sein sollte – war allerdings durchwachsen.

Auf Playstation 4 und Xbox One litt das Spiel unter einer schlechten Performance. Über alle Plattformen hinweg sorgten Server-Probleme und Spielabstürze für Frust bei den Spielern. Für die Open-Demo konnte Bioware zumindest den berüchtigten "unendlichen Ladebildschirm" reparieren.

Trotzdem gibt die unterm Strich positive Resonanz zu Anthem Electronic Arts recht. Die Entwickler sind seit Wochen auf Plattformen wie Twitter aktiv und kommunizieren offen über die Probleme der Demo. Das Team von Studiochef Casey Hudson hat auch mehrmals betont, dass sie veraltet ist in der Vollversion von Anthem zahlreiche Bugs, Abstürze und Performance-Probleme bereits behoben wurden. Teilnehmer der VIP-Demo erhalten zum Launch einen extra Javelin-Skin als Entschädigung.

 
Wer die VIP-Demo gespielt hat, bekommt dieses Skin-Set in der Vollversion als Entschädigung

Dragon Age, Mass Effect & Anthem: Biowares Zukunft scheint sicher

Sollte Anthem das Verkaufsziel nicht erreichen, bedeutet das nicht automatisch, dass das Studio geschlossen wird. Neben der neuen Marke arbeitet ein Team am nächsten Dragon Age, das auf den Game Awards 2018 offiziell angekündigt wurde. Darin greifen die Entwickler die Story um Solas auf, der nach den Ereignissen von Inquisition die Welt verändern will.

Studiochef Casey Hudson kündigte außerdem an, dass Bioware bereits an der Zukunft von Mass Effect arbeitet – allerdings werden wir davon wohl nichts vor 2021 zu Gesicht bekommen. Zuletzt veröffentlichte das Studio Andromeda, das unter einer turbulenten Entwicklung gelitten hatte.

Bei Anthem handelt es sich um ein Service-Spiel – der Titel wird also nach der Veröffentlichung regelmäßig mit neuen Inhalten versorgt. Auch ein Re-Release auf der neuen Konsolengeneration wäre denkbar. So schnell verschwindet Bioware also nicht, auch wenn Anthem das erste Verkaufsziel vielleicht verfehlt.

Quelle: Gamesindustry.biz

Die wichtigsten Infos zu Anthem

Anthem ist ab dem 22. Februar 2019 für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Mit Origin Access Premier spielt ihr auf PC bereits ab 15. Februar. Mit unserem Guide zu Anthem seid ihr stets auf dem neuesten Stand.


Über den Autor: Alexander Schneider ist Editor bei IGN. Ihr könnt ihm auf Twitter und Instagram folgen: @JannLee360.