Battle-Royale ist eines dieser Genres, das man liebt oder hasst, es zumindest aber einmal ausprobiert haben sollte. Electronic Arts will nun auch etwas vom Battle-Royale-Kuchen abhaben und schickt mit Apex Legends von Respawn Entertainment einen eigenen Titel ins Rennen.

Wir hatten vor der überraschenden Ankündigung des Spiels die Gelegenheit, den Battle-Royale-Titel mehrere Stunden auszuprobieren. Was aber unterscheidet Apex Legends von den Genre-Riesen Fortnite und PUBG?

Die Kernmechanik von Apex Legends unterscheidet sich auch von anderen Genre-Vertretern nicht: Ihr landet auf einem Fleck der Karte, sammelt Waffen während sich das Spielfeld verkleinert und müsst versuchen, bis zum Ende zu überleben. In Apex Legends tretet ihr in Dreierteams an. Insgesamt kämpfen 60 Spieler in 20 Teams um den Sieg. Es sind aber die kleinen Details, die das Spiel von den Mitbewerbern abhebt.

Legenden auf dem Schlachtfeld

Apex Legends setzt auf eine Reihe einzigartiger Charaktere mit individuellen Fähigkeiten, mit denen ihr euch ins Battle Royale stürzt. Jede der Figuren setzt einen anderen Schwerpunkt und ist beispielsweise auf Angriff, Support oder die Rolle als Tank spezialisiert. Spielerisch erinnert das Rollensystem an die Helden aus Overwatch oder die Operatoren aus Rainbow Six Siege. Zum Start gibt’s acht Helden, von denen jeder eine individuelle passive, taktische und ultimative Fähigkeit besitzt.

Die Helden von Apex Legends setzen auf bekannte Archetypen aus anderen Spielen: Giraltar beispielsweise ist ein Tank, der ein Schutzschild in Form einer Kuppel errichtet. Bloodhound spürt Feinde in der Umgebung auf und Lifeline setzt eine Drohne ein, um Teammitglieder zu heilen. Respawn hat jedem der Charakter eine eigene Persönlichkeit verpasst, sodass den Figuren auch mit einer eigenen Hintergrundgeschichte Leben eingehaucht wird.

Obwohl die Helden in Apex Legends über einzigartige Fähigkeiten verfügen, macht sie das nicht automatisch besser oder schlechter. Es kommt darauf an, wie jedes Trio die einzigartigen Skills der Charaktere kombiniert. Eines meiner Teammitglieder wurde beispielsweise niedergeschossen, also habe ich mit Bangalore eine Rauchbombe gezündet, um den Angreifern das Sichtfeld zu vernebeln. Giraltar hat ein Schutzschild aktiviert, während ich unseren Kollegen wiederbelebt habe – dank der Kombination unserer Skills konnten wir unser Teammitglied retten und unversehrt entkommen.

Teamarbeit steht im Mittelpunkt

Das Teamwork beginnt in Apex Legends schon vor dem eigentlichen Spiel. So wählt ihr im Menü beispielsweise einer nach dem anderen die Charaktere aus – das soll die strategische Abstimmung erleichtern. Vor dem Absprung ins Spiel wird eines der Teammitglieder zum sogenannten Jump Master, der entscheidet, wo das Team abspringt. Die anderen Spieler können dem Master aber Vorschläge unterbreiten. Falls ihr keine Lust darauf habt, der Jump Master zu sein, könnt ihr die Rolle auch abgeben.

Wie in jedem Koop-Spiel ist Teamwork in Apex Legends äußerst wichtig. Falls ihr keine Lust habt, per Mikrofon mit euren Mitspielern zu kommunizieren, könnt ihr auf das simple, aber effektive Ping-System setzen. Das kommt auch bei Rainbow Six Siege zum Einsatz. Per Knopfdruck zeigt ihr damit auf Waffen, Orte oder Feinde in der Umgebung.

Der Tod ist in Apex Legends nicht endgültig

Ob Blackout, PUBG oder Fortnite: Wenn ihr abgeschossen werdet, krabbelt ihr meist auf dem Boden herum, bis ihr verblutet, exekutiert oder wiederbelebt werdet. In Apex Legends ist euer Tod aber nicht endgültig. Nach eurem Tod taucht eine Box mit Items und einem Banner auf, das eure Teamkameraden innerhalb von 90 Sekunden einsammeln müssen.

Das Banner müssen sie zu einem von mehreren Respawn-Punkten bringen, um euch wiederzubeleben. Euer Wiedereinstieg dauert etwa sechs Sekunden – so könnt ihr die Chancen auf den Sieg wieder zu euren Gunsten drehen.

Customization und Monetarisierung

Electronic Arts hatte es die letzten Jahre in Sachen Monetarisierung nicht leicht – das Debakel um Star Wars Battlefront 2 ist bis heute noch nicht vergessen. Deshalb setzt Respawn Entertainment bei Apex Legends auf Transparenz und will mit der Community so offen wie möglich darüber sprechen.

Apex Legends soll kein Pay-to-Win-Spiel werden. Alle Gegenstände, die ihr kaufen könnt – mit Ausnahme zusätzlicher Charaktere – sind rein kosmetisch. Respawn nennt das "Zahlen, um gut auszusehen, nicht um zu gewinnen."

Jeder Charakter verfügt über 40 verschiedene Skins, unterteilt auf verschiedene Seltenheitsgrade. Zum Start gibt es auch etwa 750 Waffenskins. Dazu kommen die Anpassungsmöglichkeiten für Banner, Emotes und Dialoge im Spiel.

In Apex Legends gibt es auch Lootboxen namens Apex Packs. Um der noch immer aktuellen Lootbox-Debatte vorzugreifen, zeigt die Kiste die prozentuale Wahrscheinlichkeit an, mit der Gegenstände droppen können. Außerdem soll es keine Duplikate in den Apex Packs geben.

Apex Legends ist ab sofort für PC, Playstation 4 und Xbox One im Handel erhältlich.


Über den Autor: Alexander Schneider ist Editor bei IGN. Ihr könnt ihm auf Twitter und Instagram folgen: @JannLee360.