2018 war das Jahr der Superhelden – angeführt von Avengers: Infinity War. Allgemein war es wieder voll von Franchise-Blockbustern. Hollywood liebt es, Fortsetzungen zu produzieren – und war damit mal mehr erfolgreich (Jurassic World, Mission: Impossible) und mal weniger (Solo, Pacific Rim: Uprising).

Abseits der Sequels, Prequels und Reboots möchten wir euch neun sehenswerte Filme vorstellen, die ihr dieses Jahr vielleicht verpasst habt. Es handelt sich dabei um eher kleinere, aber originelle Produktionen, denen oft das Budget fehlte, um großes Aufsehen zu erregen. Der ein oder andere Vertreter kam aber auch gar nicht erst in die deutschen Kinos.

Wie ist diese Liste gewichtet?

Die Liste ist nach dem Durchschnitt der Metacritic- und Rotten Tomatoes-Wertungen sortiert. Ein Film mit einem relativ geringen Metacritic-Wert kann es also dank Rotten Tomatoes in der Liste doch recht weit nach vorne schaffen.


#9: Unsane: Ausgeliefert

  • Originaltitel: Unsane
  • Metacritic: 63
  • Rotten Tomatoes: 80% (6.7)

Der Psycho-Thriller Unsane folgt Sawyer Valentini (Claire Foy), die umzieht, um einem Stalker zu entkommen. An ihrem neuen Wohnort wird sie jedoch durch ein Missverständnis in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Dort sieht sie scheinbar ihren Stalker wieder. Es bleibt jedoch unklar, ob der wirklich echt ist oder nur Teil ihrer immer schlimmer werdenden Wahnvorstellungen.

Regisseur Steven Soderbergh (Ocean's-Trilogie, Magic Mike) hat den Film komplett mit einem iPhone 7 Plus aufgenommen. Das sieht man dem Thriller aber nur selten an. Stattdessen macht dieses "technische Gimmick" ihn nur noch ein wenig interessanter als er sowieso schon ist.

#8: Upgrade

  • Originaltitel: Upgrade
  • Metacritic: 67
  • Rotten Tomatoes: 86% (7.2)

Grey Trace (Logan Marshall-Green) hat seine Frau bei einem Überfall verloren, bei dem er selbst gelähmt wurde. Ein KI-Implantat bietet ihm dann die Möglichkeit, wieder zu laufen. Das versetzt ihn aber auch in die Lage, seinen Körper über natürliche Fähigkeiten hinaus zu kontrollieren.

Mit viel schwarzem Humor erzählt Upgrade also eine solide Rache-Geschichte und schreckt dabei nicht zurück, in brutalen Szenen die Kamera etwas länger drauf zu halten. Der Film wurde bisher nicht in Deutschland veröffentlicht. Ihr könnt euch die Blu-ray/DVD allerdings aus Großbritannien (Region B/2) besorgen.

#7: Vollblüter – Gute Mädchen können auch böse

  • Originaltitel: Thoroughbreds
  • Metacritic: 75
  • Rotten Tomatoes: 87% (7.2)

Die Geschichte von Thoroughbreds ist nicht gerade euer typischer High School-Girly-Film: Die beiden Mädels Lily und Amanda schmieden einen Plan, um Lilys missbräuchlichen Stiefvater umzubringen. Die Idee kam ursprünglich von Amanda, die dank einer Krankheit völlig emotionslos ist.

Anya Taylor-Joy (Split) und Olivia Cooke (Ready Player One) stecken bei Thoroughbreds in den Hauptrollen. Außerdem ist Vollblüter der letzte Film, den der verstorbene Anton Yelchin (Star Trek, Green Room) gedreht hat. Er spielt einen Drogendealer, den die Mädchen erpressen, den Mord durchzuführen.

#6: Searching

  • Originaltitel: Searching
  • Metacritic: 71
  • Rotten Tomatoes: 92% (7.4)

In Searching spielt John Cho (Star Trek, Harold & Kumar) einen Vater, dessen Tochter eines Tages von der Bildfläche verschwindet. Verzweifelt alarmiert er die Polizei und begibt sich auf die Suche nach ihr.

Der Twist an der ganzen Sache: Der Film ist größtenteils aus der Perspektive von Smartphones und Laptops (und deren Kameras) gedreht. Cho gibt dabei eine starke Performance und die Geschichte hat auch die eine oder andere Überraschung auf Lager.

#5: Auslöschung

  • Originaltitel: Annihilation
  • Metacritic: 79
  • Rotten Tomatoes: 88% (7.8)

Nach mehreren Expeditionen und Sonden zum Inneren der mysteriösen "Area X" war Soldat Kane (Oscar Isaac) der Erste, der aus "dem Schimmer" wieder zurückgekommen ist. Er wirkt jedoch verändert und wird kurz nach seiner Rückkehr schwer krank.

Seine Frau Lena (Natalie Portman) schließt sich also einer Gruppe Wissenschaftlerinnen an, um der geheimnisvollen Zone auf den Grund zu gehen. Was das Team dabei entdeckt und ob sie alle lebend wieder herauskommen, das möchten wir an dieser Stelle nicht verraten.

Auslöschung sollte regulär am 22. Februar 2018 in den deutschen Kinos starten. Als die Produzenten den dritten Akt aber als zu anspruchsvoll empfanden, forderten sie Änderungen am finalen Schnitt. Diesen wollte sich Regisseur/Autor Alex Garland (Ex Machina) nicht beugen. Im Gegenzug brachte Paramount Pictures den Film also nur in den USA, Kanada und China in die Kinos und verkaufte die restlichen internationalen Rechte an Netflix.

#4: Mandy

  • Originaltitel: Mandy
  • Metacritic: 81
  • Rotten Tomatoes: 92% (7.7)

Nicolas Cage ist berüchtigt dafür, in sehr vielen (größtenteils schlechten) Filmen aufzutreten. Mit Mandy kommt mal wieder ein Film, der aus dem Trash-Berg heraussticht. Die grundlegende Story ist recht einfach gestrickt: Die Frau von Cage wird von einem Hippie-Kult entführt und er zieht los, um sie zu retten.

Nic Cage liefert eine explosive und gleichzeitig emotionale Performance ab und Regisseur Panos Cosmatos setzt alles mit einem einzigartigen Stil in Szene. Die überzogene Gewalt passt dabei perfekt zum bizarren LSD-Style des Films.

#3: Isle of Dogs – Ataris Reise

  • Originaltitel: Isle of Dogs
  • Metacritic: 82
  • Rotten Tomatoes: 89% (8.0)

Die Filme von Wes Anderson finden sich meistens weit ab vom Mainstream. Jetzt schließt er mit dem Stop-Motion-Film Isle of Dogs an seinen Animations-Erfolg Der fantastische Mr. Fox an.

Weil die "Hunde-Grippe" ausgebrochen ist, wurden alle Vierbeiner auf eine Insel verbannt, um niemanden anzustecken. Die Geschichte des Films folgt also einem japanischen Jungen in der nahen Zukunft, der zu dieser Insel reist und dort nach seinem Hund sucht.

Ataris Reise erzählt eine wunderschön animierte und herzerwärmende Story. Die Tiere werden dabei (im englischen Original) von Schauspiel-Größen wie Bryan Cranston, Edward Norton oder Jeff Goldblum gesprochen.

#2: A Beautiful Day

  • Originaltitel: You Were Never Really Here
  • Metacritic: 84
  • Rotten Tomatoes: 89% (8.2)

Joe ist ein Auftragskiller, der sein Geld damit verdient, entführte Mädchen zu retten. Geplagt von seiner eigenen Vergangenheit und Selbstmordgedanken lebt er trostlos vor sich hin – bis ein Job schiefgeht: Nachdem er die Tochter eines Senators aus einem Minderjährigen-Bordell befreit hat, schlagen die Entführer auf brutalste Weise zurück.

Joaquin Phoenix liefert in der Rolle des depressiven Joe eine grandiose Performance ab. Man ist sich nie hundertprozentig sicher, ob er sich nicht gleich die Kugel gibt und den Film damit beendet. Regisseurin Lynne Ramsay inszeniert das Ganze mit einer Intimität und Direktheit, die jeden Schlag praktisch fühlbar macht.

#1: Hereditary – Das Vermächtnis

  • Originaltitel: Hereditary
  • Metacritic: 87
  • Rotten Tomatoes: 89% (8.2)

Nachdem Oma Graham stirbt, zieht sich die 13-jährige Charlie (Amelia Shapiro) noch mehr als sonst zurück. Ihre Mutter Annie (Toni Collette) verzweifelt langsam, während Papa Steve (Gabriel Byrne) versucht, alles unter Kontrolle zu halten. Als Annie ihrem älteren Sohn Peter (Alex Wolff) anordnet, seine Schwester auf eine Party mitzunehmen, passiert etwas, das die Grusel-Maschinerie langsam aber sicher ins Rollen bringt.

Newcomer Ari Aster (Regie und Drehbuch) geht sehr innovativ mit seinen Werkzeugen um und baut über den ganzen Film einen Spannungsbogen auf, den er bis zur letzten Minute aufrechterhält. Er mischt dabei Altbekanntes mit frischen Ideen und entlockt seinem Cast Performances, wie man sie selten im Horror-Genre zu sehen bekommt.


Über den Autor: Marcel Lasaj ist Praktikant bei IGN. Ihr könnt ihm auf Twitter und Instagram folgen: @thewirv.